Renault startet mit dem Trafic E-Tech – der bietet spannende Features und einen attraktiven Preis
Es ist der erste Van außerhalb des Luxus-Segments, der mit 800-Volt-Architektur antritt: der neue Trafic E-Tech sichert sich einen geschmeidigen Vorsprung vor der gesamten Konkurrenz. Damit einhergehen sollen maximal 450 Kilometer Reichweite, ein Ladetempo von weniger als 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent und trotzdem, man halte sich fest: bis zu 1.250 Kilogramm Zuladung. Aufbauhersteller und Selbstausbauer dürften sich um den Wagen reißen. Werden Sie?
5,8 Kubikmeter Platz
Zwar wurde der Wagen schon auf der zurückliegenden IAA Mobility gezeigt, doch hält Renault weiterhin mit Details und Preisen zum Fahrzeug hinterm Berg – Bestellstart soll jedoch noch in diesem Herbst sein. Was bekannt ist: Den Trafic E-Tech wird es in zwei Radstands-Varianten geben. Das kurze Modell mit 3,147 Metern zwischen den Achsen kommt auf eine Gesamtlänge von 4,869 Metern, mit 5,269 Metern und 3,54 Meter Radstand ist die lange Variante schon richtig ausgewachsen groß. Fast drei Meter nutzbarer Innenraum bis zur Rückenlehne des Fahrersitzes sind dann drin, bei 1,35 Meter nutzbarer Breite. Im Vergleich bedeutet das: mehr Platz als im langen VW T4, der bei 5,1 Meter Länge nur 2,89 Meter Innenlänge bot. Wer kein gutes räumliches Vorstellungsvermögen besitzt: die Grundfläche genügt für drei nebeneinander liegende Europaletten.
Schon an dieser Stelle wird sichtbar, dass Renault nicht nur einfach ein bestehendes Fahrzeugmodell elektrifiziert hat, sondern den E-Tech von Grund auf neu entwickelt hat. Basierend auf einer 800-Volt-Architektur gibt es zwei Batterien zur Wahl, entweder mit 60 kWh oder mit 81 Kilowattstunden. Nach WLTP gibt Renault für den großen Speicher eine maximale Reichweite von 470 Kilometern an – basierend auf einem Durchschnittsverbrauch von 17,2 kWh/100km. Ladestrom nimmt der Trafic mit bis zu 190 kW an Gleichstrom-Kabeln an, 11kW sind es an der Wallbox. Bemerkenswerte Daten in der Transporterklasse, auch in Anbetracht eines Einsteigspreises von unter 50.000 Euro. Nicht einmal der EQV von Mercedes kann bei diesen Ladeströmen mithalten.
Preise steigen, Zuladung sinkt
Die spektakulären Daten sind jedoch nur die halbe Wahrheit. So sind die 1,25 Tonnen Zuladung der Wert, wenn man sich für das nackte Fahrgestell ohne Aufbau entscheidet – durch die Skateboard-Plattform nichtsdestotrotz extrem attraktiv für engagierte Selbstbauer. Bei den konventionellen Vans liegt die Zuladung bei rund 850 Kilogramm, je nachdem für welche Radstands- und Ausstattungsvariante man sich entscheidet. Beim Akku gibt es zunächst keine Wahl: die kleine (leichtere) Batterie soll erst später im Jahr 2027 angeboten werden und ist für Camper ohnehin nur wenig interessant. Auch kommt die hohe Nutzlast nur dann zustande, wenn man sich für die (aufpreispflichtige) Version mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht entscheidet, Standard sind 3,25 Tonnen. So endet man schussendlich bei rund 59.000 Euro für den langen Trafic mit großem Akku und maximaler Zuladung.
Typisch Renault: Moderne Optik, viel Ausstattung
Nicht nur von außen ist der Generationensprung gut zu sehen, auch hinter dem Lenkrad ist der Trafic E-Tech ein echter Renault. Das fahrerorientierte Cockpit mit seinen zwei Displays gefällt, die A-Säulen sind schlank und bieten guten Blick nach vorn. Spannendes Detail: das integrierte Nvagiatiosnssystem soll auch die Topographiedaten berücksichtigen, um das schwere Fahrzeug möglichstverbrauchsarm von A nach B zu leiten. Eine 3,5 kW starke V2L-Funktion ist serienmäßig mit dabei, Vehicle to Grid (V2G) soll der Wagen perspektivisch ebenfalls anbieten können. Dürftig ist derzeit noch die Farbpalette, neben dem kostenlosen weiß gibt es noch zwei aufpreispflichte Grau-Töne. Und dass ein beheizter Fahrersitz im E-Auto mit 833 Euro zu Buche schlagen soll, ist beinahe ein Witz.
Auslieferung 2027
Zwar hat Renault schon den Konfigurator geöffnet, doch ist eine Bestellung derzeit noch nicht möglich. Immerhin: wer es gar nicht abwarten kann und sich jetzt schon für einen Kauf registriert, bekommt einen Ladegutschein für bis zu 870 Euro als Trostpflaster fürs Warten.
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